Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Oberberg e. V.

Fachkräftemangel in Europas Fahrradwerkstätten wächst

Schon länger leidet der Fahrradfachhandel unter einem Mangel an Zweirad-Mechatroniker:innen. Eine Analyse drückt die Probleme nun in Zahlen aus: Europaweit fehlen 45.000 Arbeitskräfte, bis zum Jahr 2032 könnte sich die Zahl auf 105.000 erhöhen.

Ein Mann beugt sich in einer Fahrradwerkstatt über das Vorderrad eines Fahrrades und zieht eine Schraube fest.
Bereits jetzt werden Zweirad-Mechatroniker:innen händeringend gesucht. Zukünftig dürfte der Mangel noch größer werden. © ADFC/Lehmkühler

Die Initiative NextGen-Mechanics unter dem Dach des Europäischen Fahrradindustrie-Verbands ECI hat 600 Betriebe in 30 europäischen Ländern befragt. 80 Prozent berichteten von Problemen, ausreichend Werkstattpersonal zu finden. Insgesamt schätzt der Bericht die Zahl der fehlenden Fahrrad-Mechatroniker:innen auf 45.000. Bis 2032 könnten sogar über 100.000 Fachkräfte fehlen. Derzeit arbeiten dem Bericht zufolge etwa 175.000 Menschen in Europa in diesem Beruf. 

Fehlende Attraktivität

Die Anforderungen an den Beruf sind besonders durch den Elektrorad-Boom stark gestiegen. Es geht nicht mehr nur um mechanische Komponenten, sondern auch um Kenntnisse in der Elektrotechnik und Software. Die Bezahlung und das soziale Image bilden das aber nicht ab, was dazu führt, dass junge Menschen sich gegen den Beruf entscheiden und Mechaniker:innen häufig in andere Branchen wechseln. 

Lange Wartezeiten

Die fehlenden Arbeitskräfte machen sich bereits ganz konkret in den Wartezeiten für Werkstatt-Termine bemerkbar. Bereits im Herbst 2025 fand eine Untersuchung des Komponentenherstellers Shimano heraus, dass viele Kund:innen Probleme haben, einen Termin zu bekommen (siehe dazu diese Meldung). Das kann zu schlecht gewarteten Fahrrädern, höherem Unfallrisiko und zur Abwendung vom Fahrrad als Verkehrsmittel führen. 

Maßnahmen gegen den Mangel

Die Analyse listet 27 Maßnahmen auf, mit denen dem Engpass entgegengetreten werden kann. Sie beziehen sich auf die Entwicklung und Stärkung der vorhandenen Arbeitskräfte, Nachwuchsgewinnung, einem einheitlichen europäischen Ausbildungsrahmen, berufsbegleitende Fortbildung und mehr. 

Die ECI ruft eine spezielle Expertengruppe für Bildung und Qualifikation (ESEG) ins Leben. Sie soll daran arbeiten, dass der Beruf Zweiradmechatroniker:in weiterentwickelt und besser etabliert wird. 

Der Bericht ist hier zu finden. 


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